Seit vielen Jahren beschäftige ich mich damit, wie ich mich ernähren will und nicht nur die Zubereitung der Lebensmittel, sondern vor allem die Herkunft sind und waren mir wichtig. Weil ich gesehen habe, dass die bio-regionale Lebensmittelversorgung gering ist, habe ich mich selbstständig gemacht, vor 10 Jahren bin ich auf einer Wiese gestanden und hab gesagt: hier will ich Gemüse pfalnzen, aus Gemüse wurden Kräuter, da der Boden sehr sandig und der Niederschlag gering war. Auch Obstbäume und Spargel habe ich gepflanzt. Verschiedene Blumen, damit auch die Augen und die Insekten was davon haben. Ich war total motiviert. Und das ging weiter, ich habe an verschiedesten Stationen meines Berufs- und Lebensweg angepflanzt, gepflegt, geerntet, geteil, genossen.
Und dann kam Mini, ich hatte 17 verschiedene Tomatensorten ausgesäte, Gurken, und und und… ich konnte nicht pflanzen, ich konnte nicht pflegen, ich konnte nicht giessen, es war einfach zu viel. Oder zu wenig? Ich war froh, wenn ich morgens eine frische Unterhose angezogen habe, weil mich es soviel Kraft und Energie und natürlich Aufmerksamkeit gekostet habe dieses Wesen zu versorgen. Ich bin regelmäßig spazieren gegangen, auch zu meinem Folientunnel, aber ich war handlungsunfähig… also zumindest in meiner Vorstellung. Derweil versorge ich doch dieses Baby tagtäglich.
Jedoch kam ich wirklich in eine Identitätskrise, über den Hofladen, den ich nebenberuflich mit ausgebaut habe und über ebay Kleinanzeigen habe ich nach Hilfe gesucht. Babysitter gesucht, Gärtnerhilfe gesucht,… Ich wurde vom Priener Wochenmarkt Verein mehrmals gebeten wieder Bio-Gemüse dort anzubieten, aber wie?
Ich habe aufgegeben, ich habe meine Sachen gepackt und bin zurück in die Heimat. und dann? Mein Gärtnerherz blüht ja weiter. Und beim vorletzten Besuch habe ich mit Freude gesehen, dass die 2024 gepflanzten Erdbeeren blühen und fruchten. 600 kg Erdbeeren! wow, oder doch nicht wow? Vor wenigen Tagen habe ich gesehen, dass über die Fläche gemäht wurde und hunderte Blüten und Erdbeerfrüchte in die Kuhverfütterung mit dem Gras „nebenan“ gelangt ist. Mein Herz blutet. Warum?
Weil doch genügend für alle da ist.